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DJG-Mitglied Rose Binder spricht über die Sorge um ihre Heimat Jamaika nach Hurrikan Melissa
Binder spricht mit der Schwäbischen über den verheerenden Sturm und nennt eine vertrauenswürdige Organisation (Lasco Chin Foundation), über die Spenden zu den Betroffenen gelangen.
Menschen waten durch den Schlamm, der in ihren Wohnzimmern steht. Viele Häuser haben keine Dächer mehr oder sind ganz eingestürzt. Manche Orte sind abgeschnitten von der Außenwelt. „Alles, was die Menschen besessen haben, hat der Sturm ihnen genommen“, sagt Rose Binder über Hurrikan „Melissa“, der Ende Oktober Jamaika verwüstet hat. Es war einer der stärksten Stürme seit Beginn der Aufzeichnungen. Binder denkt, dass die Auswirkungen auf der Insel noch Jahre zu spüren sein werden.
Die 59-Jährige ist in Jamaika geboren und aufgewachsen, lebt aber schon viele Jahre lang in Abtsgmünd, wo sie sich zu Hause fühlt. Sie arbeitet an der Hochschule Aalen und betreut dort internationale Studierende und Forschende. In Jamaika hat sie viele Freunde und eine große Familie. Als sie hörte, dass ein Hurrikan auf ihre alte Heimat zurast, war Binder vor allem in Sorge um ihre 85-jährige Mutter, die in der Hauptstadt Kingston lebt – allein.
Informationen nur aus den Nachrichten
„Ich konnte nicht schlafen“, sagt Binder. Ihre Mutter wollte an dem Tag, an dem der Hurrikan auf die Insel treffen sollte, nach Kanada fliegen. Jedes Jahr besucht sie für mehrere Monate ihre Familie dort. Sie verschob die Reise. Stattdessen ging Binders Mutter zu einer Nichte, die auf Jamaika in der Nähe wohnt.
Für Binder war es zwar beruhigend zu wissen, dass ihre Mutter während des Sturms nicht allein ist, trotzdem machte sie sich große Sorgen. Tage- und nächtelang verfolgte sie die Nachrichten zu „Melissa“, während der Hurrikan von der Kategorie 3, zur Kategorie 4 und dann sogar zu Kategorie 5 heranwuchs und schließlich in Jamaika auf Land traf.